Bobath Aufbaukurs IBITA anerkannt
Kursnummer
BO AK 22 – 27
„“Task Practice in the Bobath Concept: Optimizing Cortical State for Neuroplasticity and Functional Recovery“
„Aufgabenspezifisches Üben im Bobath-Konzept: Optimierung des kortikalen Zustands für Neuroplastizität und funktionelle Erholung“
Datum:
13.09. -17.09.2027
Referenten:
Line Syre (PT, IBITA Bobath Advanced Course Instructor)
Zielgruppen:
Physiotherapeuten, Ergotherapeuten
Voraussetzungen:
Zielgruppenspezifische abgeschlossene Berufsausbildung, erfolgreiche Teilnahme an einem Bobath Grundkurs (IBITA anerkannt)
Kursgebühr:
850 €
Kurssprache: Englisch und Deutsch mit Übersetzung
Lernziele
Das menschliche Nervensystem verfügt über verschiedene Möglichkeiten, dasselbe funktionelle Ziel zu erreichen. Nach einer neurologischen Schädigung wird die vom Gehirn gewählte Bewegungsstrategie jedoch durch die noch verfügbaren neuronalen Ressourcen, veränderte sensorische Informationen, biomechanische Anforderungen, frühere Erfahrungen, den wahrgenommenen Aufwand, die Stabilität sowie durch Erfolg oder Misserfolg vorheriger Bewegungsversuche beeinflusst und eingeschränkt. Infolgedessen kann eine Person eine Aufgabe erfolgreich ausführen, dabei jedoch eine Bewegungsstrategie nutzen, die kurzfristig zwar effektiv ist, aber ineffizient, anstrengend oder von Kompensationen abhängig sein kann.
Dieser Workshop betrachtet das aufgabenspezifische Üben innerhalb des Bobath-Konzepts aus der Perspektive, dass eine erfolgreiche Aufgabenausführung nicht gleichbedeutend mit einer optimalen motorischen Erholung ist. Anstatt lediglich zu fragen: „Kann der Patient die Aufgabe ausführen?“, sollen die Teilnehmer darüber nachdenken: „Wie löst das Nervensystem die Aufgabe, warum hat es genau diese Strategie gewählt und stehen möglicherweise andere, effizientere Lösungen zur Verfügung?“
Durch Bewegungsanalyse und Clinical Reasoning untersuchen die Teilnehmer, wie Beeinträchtigungen der posturalen Kontrolle, der selektiven Bewegung, der sensorischen Verarbeitung, der Kraft, der Koordination und der antizipatorischen Kontrolle die dem Individuum zur Verfügung stehenden Bewegungslösungen beeinflussen.
Dieser Aufbaukurs untersucht, wie Therapeuten durch gezielte Fazilitation nicht nur die Aufgabe und die Umgebung verändern können, sondern auch die biomechanische Situation und einzelne Komponenten einer Aufgabe, um Bedingungen zu schaffen, unter denen alternative Bewegungsstrategien möglich werden. Gezielte Fazilitation wird dabei nicht als Mittel verstanden, um für den Patienten eine „normale“ Bewegung zu erzeugen, sondern als Möglichkeit, dem Nervensystem unterschiedliche sensomotorische Erfahrungen anzubieten und Gelegenheiten zu schaffen, effizientere Lösungen zu erkunden.
Die zentrale klinische Fragestellung lautet daher:
Wie können wir Bedingungen schaffen, unter denen das Nervensystem eine effizientere Bewegungsstrategie entdeckt, auswählt und erlernt?
Durch die Integration aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse, Prinzipien des motorischen Lernens und des Clinical-Reasoning-Prozesses im Bobath-Konzept zielt der Workshop darauf ab, über die reine Wiederholung funktioneller Aufgaben hinauszugehen. Stattdessen soll ein aufgabenspezifisches Üben gefördert werden, das Bewegungsstrategien aktiv beeinflusst, adaptive Neuroplastizität unterstützt und das Repertoire des Patienten an effizienten Bewegungslösungen erweitert.
Der Kurs wird auf Englisch abgehalten. Die englischen Elemente werden übersetzt.
Fortbildungspunkte
*49
* Die Vergabe von Weiterbildungspunkten unterliegt der Zustimmung der obersten Verbandsebene.